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Die Wandeljahre: Vom Zyklus – zur Freiheit – mit Weisheit zu dir Selbst.

vor 6 Tagen
4 Min. Lesezeit

Martina Ziegler begleitet Frauen mit viel Feingefühl, naturheilkundlichem Wissen und einem ganzheitlichen Blick auf Körper, Geist und Seele. Ihre eigene tiefe Verbundenheit zur Natur prägt dabei auch ihre Sicht auf Gesundheit und die verschiedenen Lebensphasen einer Frau.

Im September-Blogbeitrag lädt Martina dazu ein, die Wandeljahre als Zeit der Entwicklung, inneren Stärke und neuen Freiheit zu betrachten. Eine Einladung, die eigenen Bedürfnisse bewusster wahrzunehmen und ganz bei sich selbst anzukommen.

Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gewichtszunahme, innere Unruhe … – die Wechseljahre werden gesellschaftlich oft auf eine Liste körperlicher Symptome reduziert. Hinter diesen Veränderungen könnte man jedoch auch die Einladung annehmen, sie als Zeit der Neuorientierung zu sehen.


Der Weg führt dich vom Zyklus – zur Freiheit – mit Weisheit. Die Wandeljahre bieten dir die Chance, deine Bedürfnisse noch besser wahrzunehmen und kompromissloser für dich einzustehen.


Die Wandeljahre sind für das gesamte hormonelle System eine Zeit des Umbruchs. Besonders die Schilddrüse – das Organ, das unseren Stoffwechsel, unsere Energie massgeblich steuert – reagiert in dieser Phase äusserst sensibel.


Wenn die Produktion der Geschlechtshormone schwankt, gerät oft auch die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht. Eine schleichende Schilddrüsenunterfunktion oder funktionelle Dysbalancen sind in diesen Jahren keine Seltenheit. Viele Frauen spüren dies durch eine unerklärliche Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit oder das Gefühl von Brainfog.


Wenn wir in dieser sensiblen Phase zusätzlich unter dauerhaftem Alltagsstress stehen, schüttet der Körper ununterbrochen das Stresshormon Cortisol aus. Dieser ständige Stress bremst die Aktivität der Schilddrüse weiter aus und raubt dem Körper die nötige Energie für eine gesunde Umstellung.


Um deine körperliche, geistige und seelische Gesundheit und dadurch auch deine Schilddrüse wirksam zu entlasten, braucht es daher nicht nur Nährstoffe, sondern vor allem einen achtsamen Blick auf deine innere Haltung. Sozusagen dein «Innerer Frieden».  Sehr viele Frauen tragen tief verinnerlichte Glaubenssätze mit sich herum:

·        „Ich muss erst für alle anderen sorgen, bevor ich an mich denke.“

·        „Ich darf keine Schwäche zeigen und muss immer stark sein.“

·        „Wenn ich nicht funktioniere, bricht alles zusammen.“


Diese und andere häufige Denkmuster halten dein vegetatives Nervensystem im ständigen Alarmzustand (Sympathikus). Für sich selbst einzustehen ist kein Egoismus, sondern biologische Notwendigkeit.


Wenn du lernst, ein klares und liebevolles „Nein“ nach aussen zu sprechen, wenn du Aufgaben abgibst und deine eigenen Bedürfnisse ernst nimmst, schaltest du dein Nervensystem in den Parasympathikus – den Modus für Regeneration, Erholung und Heilung. Erst in dieser Ruhe kann dein Körper wieder in seine kraftvolle Balance finden.


In alten, naturverbundenen Kulturen wurde diese Phase nie als Verfall verstanden. Das junge Mädchen galt als Knospe, die Frau in ihren fruchtbaren Jahren als Frucht – und die reife Frau im Wandel als der Samen.


Der Samen trägt das gesamte Wissen, die Essenz und die Lebenskraft der Pflanze in sich. In dieser Lebensphase geht es nicht mehr darum, im Aussen zu blühen oder Erwartungen zu erfüllen. Es geht darum, dein gesammeltes Wissen zu ernten, den Blick nach innen zu richten und dich spirituell nach oben zu öffnen: Vertraue auf deinen reichen Erfahrungsschatz, verbinde dich mit deiner Intuition und erlaube dir, getragen zu sein.


Um ganzheitlich und vor allem das Nervensystem in diesem Prozess optimal zu unterstützen. Regelmässige, rhythmische und kleine im Alltag eingebettete Anwendungen/Routinen tragen massgeblich zu einem gesunden Ganzen bei. Das Wichtigste dabei ist wohl, stetig kleine Inseln für sich selbst zu schaffen. Hier einige Impulse:


  • Rhythmische Ernährungsweise: Regelmässige Mahlzeiten verhindern Blutzuckerschwankungen, die dem Körper fälschlicherweise Stress signalisieren. Bevorzuge regional und saisonal gekochte Speisen, insbesondere langgekochte Mahlzeiten (wie warme Eintöpfe oder Kraftbrühen). Sie entlasten die Verdauung, spenden tiefgreifende Wärme und nähren dein System auf sanfte Weise.


  • Kraftaufbau ohne Stresssport: Bewegung ist jetzt unverzichtbar – besonders ein gezielter Muskelaufbau, um Knochen, Gelenke und Stoffwechsel zu stärken. Wichtig ist jedoch die Balance: Vermeide intensiven Leistungssport in bereits überlasteten Phasen, da dieser die Stressachse zusätzlich anfeuert. Kombiniere kräftigendes Training mit nervensystemberuhigenden Elementen wie Stretching, Yoga oder Naturspaziergängen.


  • Ressourcen einbauen: Wie häufig machst du etwas für dich, was dein Herz erwärmt? Was dir tief Freude bereitet? Was hast du als Kind geliebt und schon lange nicht mehr gemacht? Was wolltest du schon immer mal ausprobieren und hast es bis heute aufgeschoben? Versuche in diesen Inseln, genau solche Momente der tiefen Freude aufleben zu lassen. Ressourcen geben uns Energie für den Alltag, für unser Leben und stärken still und leise unser ganzheitliches System.


  • Regeneration und Schlaf: Wir sind gemacht, um mit dem Rhythmus der Natur zu leben. Es ist von grösster Bedeutung, rhythmisch zu leben, zu essen und zu schlafen. All diese gewohnten Strukturen geben nicht nur unseren Kindern Sicherheit, sondern schenken vor allem unserem Nervensystem ein tiefes Gefühl von Geborgenheit und Stabilität – ein fundamentaler Baustein unserer ganzheitlichen Gesundheit. Des Weiteren wird der Regeneration im Wandel noch immer viel zu wenig Beachtung geschenkt. Dabei ist ein tiefer, gesunder Schlaf für unsere Zellgesundheit sowie für unsere mentale und körperliche Vitalität von zentraler Bedeutung. Deshalb wird empfohlen, möglichst 1 bis 2 Stunden vor Mitternacht schlafen zu gehen. In diesen Stunden vor der Mitternachtsnacht ist die Tiefschlafphase besonders intensiv: Der Körper schüttet wichtige Regenerationshormone aus, entgiftet das Gewebe und schenkt dem Nervensystem die notwendige Erholung, um gestärkt und in voller Kraft in den neuen Tag zu starten.


  • Die 4-6-8-Atemtechnik: Der schnellste Weg, um das Nervensystem zu beruhigen: Atme 4 Sekunden lang tief in den Bauch ein, halte den Atem für 6 Sekunden und atme 8 Sekunden lang langsam aus. Das verlängerte Ausatmen signalisiert deinem Gehirn sofort Sicherheit (Parasympathikus wird aktiviert) und bringt Ruhe ins System. Integriere diese Übung morgens vor dem Aufstehen, um mit einem Gefühl von Sicherheit in den Tag zu starten, oder am Abend vor dem Einschlafen, um tief zur Ruhe zu kommen und entspannt einzuschlafen.


  • Zielgerichtete Nährstoffzufuhr: In dieser Lebensphase kann sich der Nährstoffbedarf verändern. Es lohnt sich besonders, ein Nährstoffprofil im Blut zu kontrollieren, um mögliche Mängel frühzeitig zu entdecken und beispielsweise eine häufig entstehende Schilddrüsenunterfunktion rechtzeitig zu stabilisieren. Magnesium in seinen verschiedenen Darreichungsformen ist stets wichtig – umso mehr in stressigen Lebensphasen. Aber auch B-Vitamine, Vitamin D und Selen sind essenziell, da hier bei den meisten Frauen in unserer Region Mängel vorliegen.


Nadja Camenzind
Martina Ziegler

Bei Fragen oder wenn du Unterstützung suchst, begleitet Martina Ziegler dich sehr gerne ganzheitlich.


Naturheilpraxis Millefolium

Dorfplatz 8

8855 Wangen


 
 
 

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