Gefangen im Funktionieren – wie Frauen wieder spüren, was sie wirklich wollen
- gabriellamassimi9
- 24. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Evelyn Wildermann, Mentorin für Selbstführung, hat an unserer Pitch Night im September 2025 viele Frauen tief berührt und mit ihrer authentischen Art aus der Seele gesprochen. Mit ihrer Erfahrung aus Jahrzehnten zwischen Fremdbestimmung, Neuorientierung und Führungsverantwortung zeigt sie, was es heisst, aus dem reinen Funktionieren auszusteigen und wieder zu spüren, was man wirklich will. Mit der systemischen Triadik schafft Evelyn einen kraftvollen Raum für Klarheit, Präsenz und ehrliche Selbstführung. In ihrem Blogbeitrag teilt sie, wie Frauen ihre innere Stimme wiederfinden, Grenzen setzen und Schritt für Schritt zurück zu sich selbst finden – leise, mutig und ganz in ihrem Tempo.
Wenn das Leben nach Plan läuft – und sich trotzdem leer anfühlt
Von aussen betrachtet scheint alles gut: ein sicherer Job, ein geregelter Alltag, ein Partner an der Seite, vielleicht eine Familie. Und doch taucht da manchmal dieses diffuse Gefühl auf – dass etwas fehlt.
Nicht dramatisch, eher leise. Ein Unbehagen zwischen den Terminen, ein Gedanke am Abend: War das heute eigentlich mein Tag – oder einfach ein weiterer Punkt auf der Liste? Dieses ständige Gefühl, nie wirklich hinterherkommen, lässt einen einfach nicht los. Oder die Sehnsucht endlich anzukommen.
Viele Frauen kennen diesen inneren Zwiespalt. Sie sind leistungsfähig, zuverlässig, organisiert – und zugleich müde davon, immer zu funktionieren. Sie haben sich in all der Zeit eine Maske aufgesetzt, die ihr wahres Ich versteckt – meistens zum Wohl des Umfeldes.

Funktionieren – eine Fähigkeit mit doppeltem Boden
Funktionieren ist eine Stärke. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, den Überblick zu behalten, Krisen zu meistern.
Doch wenn das Funktionieren zur Dauerhaltung wird, zeigt sich seine Schattenseite.
Man ist zwar produktiv, aber von den eigenen Gefühlen abgeschnitten. Die Verbindung zu sich selbst ist verloren gegangen – zu Freude, Intuition, Leichtigkeit, Spontaneität.
Jegliche Energie fliesst in die Verpflichtungen. Dazu kommen die Erwartungen anderer, denen man gerecht werden möchte. Und irgendwann weiss man kaum mehr, was man eigentlich will – ausser «es einfach schaffen».
Warum wir uns selbst aus dem Blick verlieren
Viele Frauen sind in einer Rolle gross geworden, in der Verantwortung, Anpassung und Fürsorge selbstverständlich sind. Viele haben gelernt, dass Anerkennung über Leistung kommt, dabei liegt wahre Stärke in Menschlichkeit, Authentizität und innerer Klarheit.
Weibliche Qualitäten wie Empathie, Intuition und Sanftheit werden oft als Schwäche missverstanden. «Ich muss es allen recht machen», «Ich muss stark sein», «Ich darf mich nicht wirklich zeigen» – das sind tief eingeprägte Glaubenssätze.
Diese Prägung wirkt subtil: Man funktioniert, weil es normal ist, weil es jeder macht. Weil niemand fragt, ob man will – sondern nur, ob man kann. Und möchte man wirklich Nein sagen, wenn man doch gebraucht wird? Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse werden da sehr schnell zur Seite geschoben.
Doch dieser Automatismus hat auch seinen Preis. Denn wer ständig für andere sorgt, verliert irgendwann die Verbindung zur eigenen Stimme.
Der Moment der Wahrheit
Es braucht oft keine grossen Umbrüche, sondern einen ehrlichen Moment:
eine stille Minute im Auto, ein Spaziergang, eine schlaflose Nacht. Die Überlegung, wo man immer wieder Ja sagt, obwohl man eigentlich Nein sagen müsste. Jeder Moment, der uns hilft, uns der wichtigsten Frage zu nähern, die wir entweder lange überhört oder sogar bewusst verdrängt haben:
«Was will ich eigentlich – wirklich?»
Diese Frage ist unbequem, weil sie Konsequenzen hat.
Wer sie ehrlich beantwortet, erkennt oft, dass vieles im Leben funktioniert – aber nicht mehr stimmt. Man erkennt die Maske, die man sich aufgesetzt hat.
Der Weg zurück in die Verbindung
Sich selbst wieder zu spüren, beginnt mit kleinen ehrlichen Schritten:
Bewusst innehalten, bevor man automatisch „Ja“ sagt.
Wahrnehmen, was Energie gibt – und was sie entzieht.
Wieder lernen, zwischen Pflicht und echtem Wollen zu unterscheiden.
Das ist kein Egoismus, sondern Selbstführung. Denn wer sich selbst führt, lebt nicht mehr im Reaktionsmodus, sondern trifft Entscheidungen aus innerer Klarheit.
Dafür braucht es die Bereitschaft, die unbequeme Frage ehrlich zu beantworten. Wir haben jederzeit die Wahl, uns zu entscheiden, die Maske zu entfernen, die uns nicht mehr dienlich ist.
Stärke ohne Maske
Viele Frauen glauben, sie müssten stark wirken, um stark zu sein.
Doch wahre Stärke entsteht, wenn wir bereit sind, auch Verletzlichkeit zuzulassen – Zweifel, Grenzen, Unsicherheit. Nicht als Schwäche, sondern als Teil des echten Lebens.
Sich zeigen, wie man ist, kann Angst machen – und zugleich tief befreien.
Denn nur ohne Maske können wir wieder spüren und zeigen, was wir wirklich wollen. Denn: «Stärke liegt genau darin, die Maske fallen zu lassen und sich selbst treu zu sein.»
Ein Aufruf, mutig zu sein

Es ist leicht, zu funktionieren.
Schwieriger ist es, ehrlich zu sich selbst zu sein. Doch genau darin liegt die Chance: Wenn du wieder spürst, was dich nährt, wer du bist und welche Stärken in dir schlummern, kannst du dein Leben gestalten – nicht nur verwalten.
Diese Entscheidung gehört zu den wichtigsten, die du in deinem Leben treffen kannst.
Möchtest du mehr darüber erfahren:
Was innere Glaubenssätze sind und wie du sie verändern kannst?
Welche Überzeugungen dich stärken können?
Wie du mit Sorgen und Ängsten umgehen kannst?
Wie du mutig Entscheidungen für dich triffst?
Dann nimm gerne Kontakt zu mir auf – ich bin überzeugt: Diese Welt braucht deine Stärke und deine Talente dringend braucht! Auch deine!











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