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Selbstständig mit Handwerk: Erfahrungen aus 15 Jahren Unternehmertum

  • 12. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Anja Camenzind, eidgenössisch diplomierte Goldschmiedemeisterin, begeisterte an der PitchNight v2 im September 2025 mit ihrer authentischen Geschichte. Seit 2011 führt sie ihr eigenes Atelier mit Ladenlokal in Brunnen und lebt ihren Traum von selbstständigem Handwerk. In ihrem Blogbeitrag erzählt sie von mutigen Entscheidungen, Herausforderungen im Markt und dem Lernen, auf das eigene Können zu vertrauen. Für Anja ist Unternehmertum ein Weg voller Klarheit, Verantwortung und stetiger Entwicklung – ein Beispiel dafür, wie lokales Handwerk mit Herz und Haltung gelingt.


Der Wunsch nach Eigenständigkeit


Als ausgebildete eidgenössische Goldschmiedemeisterin habe ich einige Jahre in einem grossen Unternehmen gearbeitet. Fachlich war diese Zeit sehr wertvoll, doch mir fehlte etwas Entscheidendes: Der direkte Kontakt mit den Kundinnen und Kunden. Schmuck ist etwas Persönliches. Er begleitet Menschen oft ein Leben lang. Die Idee, gemeinsam mit jemandem ein individuelles Stück zu entwerfen, hat mich von Anfang an begeistert. 2011 wurde mir klar, dass ich selbstständig arbeiten möchte. Dieser Wunsch entstand nicht über Nacht, sondern wuchs aus der Erfahrung heraus. Auch meine früheren Tätigkeiten in anderen Branchen, unter anderem in der Gastronomie, haben mich geprägt. Rückblickend waren all diese Stationen wichtige Bausteine auf meinem Weg zur Unternehmerin.


Entschlussfreude als Grundlage


Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Selbstständigkeit ist aus meiner Sicht eine klare Entscheidung. Wer diesen Weg einschlägt, muss bereit sein, ihn konsequent zu gehen. Nicht jeder Schritt ist planbar, aber eine innere Klarheit hilft, auch in unsicheren Phasen dranzubleiben.

Weitere zentrale Aspekte waren für mich:

  • Vertrauen in das eigene Können

  • Geduld mit Entwicklungsprozessen

  • Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen

  • Offenheit dafür, unterwegs zu lernen und sich weiterzuentwickeln

Ein erlerntes Handwerk bietet viele Möglichkeiten. Dennoch habe ich mich bewusst gegen ein Arbeiten von zu Hause entschieden und stattdessen ein Ladenlokal eröffnet. Die räumliche Trennung von Arbeit und Privatleben ist für mich bis heute ein wichtiger Faktor für Balance und Nachhaltigkeit im Alltag.


"Schmuck ist etwas Persönliches. Er begleitet Menschen oft ein Leben lang", Goldschmiedemeisterin Anja Camenzind.
"Schmuck ist etwas Persönliches. Er begleitet Menschen oft ein Leben lang", Goldschmiedemeisterin Anja Camenzind.

Standortwahl und Marktumfeld


Die Entscheidung für einen Standort ist ein prägender Moment in der Selbstständigkeit. In Brunnen gab es damals nur einen weiteren Goldschmied, was mir den Mut gab, diesen Schritt zu wagen. Passend dazu fand sich auch ein geeignetes Lokal. Mit den Jahren hat sich das Umfeld verändert. Zeitweise eröffneten weitere Mitbewerber ihre Geschäfte am selben Ort. Diese Phase forderte mich heraus und zwang mich, mich mit Konkurrenzdenken auseinanderzusetzen. Dabei habe ich gelernt, dass Vergleich selten weiterhilft. Entscheidend ist, den eigenen Weg zu kennen und ihn authentisch zu gehen.

Nach fast 15 Jahren bin ich noch immer hier. Andere sind gekommen und wieder gegangen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Beständigkeit oft aus Klarheit und Konsequenz entsteht – nicht aus Anpassung um jeden Preis.


Lieferanten, Entscheidungen und Loslassen


Ein oft unterschätzter Teil der Selbstständigkeit ist der Umgang mit Geschäftspartnern und Lieferanten. Auch das will gelernt sein. Nicht jede Zusammenarbeit passt langfristig, und nicht jede Investition ist zum richtigen Zeitpunkt sinnvoll.

Wichtige Learnings für mich waren:

  • Zur richtigen Zeit Ja zu sagen – und ebenso Nein

  • Entscheidungen nicht aufzuschieben

  • Beziehungen zu beenden, wenn sie nicht mehr stimmig sind

  • Dem eigenen Bauchgefühl mehr zu vertrauen

Diese Prozesse sind selten einfach, aber notwendig, um langfristig gesund unternehmerisch tätig zu bleiben.


Krisen als Lernfelder


Natürlich gab es auch schwierige Zeiten. Eine besonders herausfordernde Phase erlebte ich mit einem Vermieter, was mich existenziell belastete – vor allem, weil bereits viel Zeit, Energie und Geld in den Ausbau des Lokals geflossen waren.

Rückblickend war diese Situation dennoch ein wichtiger Wendepunkt. Ich habe gelernt, meine Interessen klarer zu vertreten und trotz Rückschlägen den Optimismus nicht zu verlieren. Am Ende fand ich ein neues, besser gelegenes Ladenlokal, das sich stimmiger anfühlte und neue Perspektiven eröffnete.


Wachstum, Verantwortung und Ausbildung


Heute, im 15. Jahr der Selbstständigkeit, arbeite ich nicht mehr allein. Zwei Angestellte teilen sich eine Vollzeitstelle, und wir bilden regelmässig eine Lernende oder einen Lernenden im Beruf Goldschmied EFZ aus. Alle drei Jahre vergeben wir eine Ausbildungsstelle. Darüber hinaus engagiere ich mich in mehreren Verbänden und setze mich aktiv für die Aus- und Weiterbildung im Handwerk ein. Nachwuchsförderung und Wissensweitergabe sind für mich zentrale Bestandteile eines lebendigen Berufsstandes.


Menschen kommen und gehen


Auf meinem Weg sind mir viele Menschen begegnet. Einige begleiten mich bis heute, andere haben sich wieder aus meinem Leben verabschiedet. Auch das gehört zur Selbstständigkeit dazu – beruflich wie privat.

Ich habe gelernt, dass man es nicht allen recht machen kann und auch nicht muss. Diese Erkenntnis bringt eine grosse innere Freiheit mit sich und hilft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.


Lokales Gewerbe und Nachhaltigkeit


Ein Ladenlokal bedeutet Präsenzzeit, Verantwortung und persönliche Begegnung. Gleichzeitig schafft es Nähe, Vertrauen und Austausch. Gerade deshalb wünsche ich mir, dass das lokale Gewerbe bewusst unterstützt wird.

Nachhaltigkeit begleitet meine Arbeit seit Beginn. Wir arbeiten mit recycelten oder fair gehandelten Rohstoffen und treffen Entscheidungen mit Blick auf langfristige Auswirkungen – ökologisch wie menschlich.


Fazit: Den eigenen Weg ernst nehmen


Selbstständigkeit ist kein geradliniger Prozess. Sie fordert Mut, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, sich selbst immer wieder zu reflektieren. Wer jedoch bereit ist, den eigenen Weg ernst zu nehmen und Verantwortung zu tragen, kann daran fachlich und persönlich wachsen.



Mein Atelier mit Ladenlokal befindet sich in Brunnen, wo ich Lernende ausbilde und mich aktiv für die Aus- und Weiterbildung im Handwerk engagiere.

Mein Team und ich sind gerne für Reparaturen, Anfertigungen, Umarbeitungen, Eheringe, Jubiläumsringe und mehr für euch da. Ich freue mich darauf, dich persönlich in meinem Atelier kennenzulernen und stehe dir mit Rat und Tat zur Seite. https://schmuck-brunnen.ch/


 
 
 

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